"PASSAGES"
Passagen sind in der Malerei gradweise aufeinander folgende Schattierungen einer Farbe oder ihrer Tonwerte, vom dunkelsten zum hellsten oder umgekehrt.
Das Material besteht in meiner Malerei aus Künstleracrylfarben auf Leinwand und MDF – Holzplatten.
Der Malgrund wird zunächst nach dem sorgfältigen Schleifen mit Sandpapier anstatt Grundierung mit Texturpaste und Zahnspachtel behandelt, bis er sich durch das Qualitätspigment Titandioxid in eine Licht undurchlässige strahlend weiße Fläche verwandelt hat.
Nach vollständiger Trocknung werden darauf dünne Farbschichten über- einander gemalt, so dass neue Nuancen der gleichen Farbe oder Mischfarben erscheinen.
Teilweise handelt sich hier um eine Maltechnik, die der Aquarellmalerei sehr nahe steht, wenn die Farben mit transparenten Acrylmalmittel vermischt und zu Lasuren werden. In dem Fall kann man von optisch-substraktive Mischung sprechen: Die Mischung geschieht dann nicht auf der Palette, sondern direkt auf dem Malgrund.
Die Malwerkzeuge sind verschieden: breite Flachpinsel, Lackierwalzen, Flächenspachtel, die jeweils gut erkennbare Spuren ihrer Passage hinterlassen.
„Passages“ verstehen sich hier auch im übertragenen Sinne.
Passage bedeutet Übergang, Verwandlung, Metamorphose, Entwicklung...
Rituale der Passage gibt es in allen menschlichen Gesellschaften. Sie sind ein wichtiger Teil der Kulturen. Sie begleiten die wichtigen Lebensstadien und Ereignisse zwischen Geburt und Tod.
Es ist möglich, diese „Rites de Passage“ in den ersten Stunden der Kunstgeschichte, der Höhlenmalerei in Lascaux, Altamira.und anderen Orten, zu erahnen. Heute noch sind an den rauen Wänden kleine Hände, rot oder schwarz negativ auf-gesprüht, und Fußabdrücke von Jugendlichen in den Lehmböden zu bestaunen, die vielleicht auf Pubertätsrituale hinweisen…